Donnerstag, 21. Juli 2011
[Funkstörung]
So ist es wohl mit manchen Menschen.
Man möchte gerne Kontakt herstellen, aber irgendwie funktioniert es nicht, weil jeder auf einer anderen Frequenz unterwegs ist. Die Kommunikationsstörung führt zu Verspannungen im menschlichen Miteinander und irgendwann führen die Verwindungen vielleicht dazu, daß einer emotional reagiert und das ganze eskaliert. Keiner hat etwas Böses gewollt, aber am Ende ist doch nichts Gutes dabei herausgekommen.

Solche Ungleichgewichte lösen bei mir regelmäßig derartigen Stress aus, daß ich aus der Haut fahren könnte. Und dann kann ich die Dinge auch nicht einfach auf sich beruhen lassen, sondern es platzt dann einfach heraus.
Es macht die Sache auf eine gewisse, sagen wir mal organisatorische, Art und Weise leichter, wenn es sich um Menschen handelt, mit denen man nicht verwandt ist. Ein Stich, ein Schmerz, man geht sich aus dem Weg. Wenn man dran denkt, lastet es auf der Seele. Aber in den meisten Fällen glaube ich, auch wenn ich durch mein Verhalten Schuld auf mich geladen habe, daß es besser ist, daß da eben kein Kontakt mehr ist, weil es eben nicht gestimmt hat oder weil man die falschen Erwartungen hatte oder whatever.

Schlimm ist es, wenn das mit der Familie passiert.
In den letzten Tagen habe ich bemerkt, wie fremd meine Mutter mir (geworden) ist, wie wenig wir uns zu sagen haben, wie fremd ihr die Dinge sind, die mich täglich beschäftigen, wie wenig sie eigentlich weiß von meiner Arbeit, den Dingen, die mir am Herzen liegen, meinem Tagesablauf. Kaum eine Sache, mit der ich mich beschäftige, zu der sie etwas sagen könnte, an der sie auch nur Interesse zeigt. Und ich ihre "großen" Themenblöcke meidend, denn Politik ist nicht Bestandteil meines alltäglichen Denkens, christliche und jüdische Lebenswelten sind keine Themen, über die ich debattieren möchte.

Das Schweigen zwischen uns macht mich hilflos. Und die Spannung des Unausgesprochenen macht mich zusehends aggressiv.
Jetzt, wo sie wieder abgereist ist, bleibt nur Traurigkeit zurück.
Über das, was nicht ist.


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Montag, 27. Juni 2011
[Der Waschtisch]
Die Geschichte mit dem Waschtisch ist so lang wie die Geschichte unseres Zusammenlebens.
Und sie ist, das gebe ich allerdings ungerne zu, auch eine Geschichte meiner Unvernunft.
Und eine Geschichte unserer beider Schwächen.
Aber zum Anfang.
Als wir, der Lieblingsmensch und ich, zusammenzogen, wurde ja die Wohnung, in die wir zogen, runderneuert. Ich wollte gerne alles schön und chic haben und weil das Bad sehr klein war und keine Möglichkeit bietet, einen Schrank für meine überzahlreichen Badaccessoirs aufzustellen, bestand ich auf einem Waschtisch mit Aufsatzbecken. Leider waren die gläsernen Becken allesamt sehr teuer, doch das brachte mich mitnichten dazu, von meiner festgefahrenen Vorstellung Abstand zu nehmen. Und auch die Warnungen einer Freundin, man müsse diese Glasteile jeden Tag putzen, sonst sähen sie schäbig aus, schlug ich in den Wind. Schließlich fand ich in der e-bucht ein tolles Designerteil und bald stand der Karton vor der Tür.
Von einem guten Bekannten ließen wir uns noch Wandhalterungen für die Ablageplatte drehen und ich freute mich.

Die Unstimmigkeiten begannen damit, daß der Miteigentümer, den wir damals ja noch nicht in der Weise kannte wie heute, seinerzeit zwar gesagt hatte, wir könnten an der Gestaltung des Bades mitwirken, diese Aussage jedoch rein theoretischer Natur war, sprich: er machte einen Vorschlag und wir versuchten ihn davon abzubringen, was uns aber nicht gelang. Und obwohl weithin sichtbar war, daß das Glas des Waschtischs eine grüne Färbung aufwies, lagen dann im Bad eines Tages trotzdem terracottafarbene Fliesen nebst Zierleisten mit silberglänzenden Applikationen.
Mein schöner Waschtisch paßte also nicht in das Bad. Oder das Bad paßte farblich nicht um den Waschtisch. Wie man es auch drehte.

Der Installateur, der den Waschtisch montierte, fluchte über die schlechte Konstruktion. Aber ich war im Sturheitsmodus und ignorierte das.
Doch nach der Installation zeigten sich weitere Haken.
So war die Nische für den Waschtisch, wie auch alle übrigen Ecken der Altbauwohnung, selbstverständlich nicht rechtwinklig. Der Abstand zur Wand war zu groß, um ihn mit Silikon zu verschließen. Und nicht zuletzt verhinderten auch unsere wunderbaren sondergefertigten Wandhalterungen, daß die Platte bündig zur Wand schloß, so daß in den folgenden Jahren das Wasser regelmäßig seinen Weg hinter die Platte fand, dann auch zwischen Platte und Metallhalterung, auf der sie auflag und wo ein Trocknen und Reinigen unmöglich war. Und natürlich war die Platte stets mit meinen überzahlreichen unbedingt täglich erforderlichen Badaccessoirs vollgemüllt, so daß eine Reinigung „mal so eben“ eigentlich unmöglich war.
Und so hatte ich dann statt des schönen Designerteils im Badezimmer ein von den Blicken anderer stets verborgen gehaltenes irgendwann aus Putzunlust verkalktes Grauen, das sich allen Versuchen, hier noch etwas Ansehnliches zu zaubern, standhaft widersetzte.

Es war in einem Sommer, keine 2 Jahre wohnten wir nun in der Wohnung, ich bereitete gerade den Geburtstagskuchen für den Lieblingsmenschen zu, als der Waschtisch begann zu lecken. Als ich versuchte, hier ein wenig zu ziehen und zu drehen, brach der Abfluß und ich in Tränen aus.
Der Liebste, nicht ahnend, daß ich zu Hause war (heimlich Torte backend), erwischte mich am Telefon noch mit verschniefter Stimme und konnte sich keinen Reim darauf machen, denn ich konnte ja nicht sagen, daß ich zu Hause war und ich konnte auch nicht sagen, was geschehen war und außerdem schämte ich mich, denn ich hatte ja seinerzeit auf diesem Waschtisch bestanden, der uns nur Schande und Ärger brachte statt Freude und sich nun auch noch als qualitativ minderwertig herausstellte.
Es begann die erste Phase unseres Lebens ohne Waschbecken, zum Glück hatten wir ja eine Wanne.

Es gelang mir tatsächlich, beim e-bucht-Händler auf Garantie noch Ersatzteile für den Abfluß zu bekommen und reparierte das Unglück und es leckte nicht mehr, außer da, wo hinten das Wasser über die Platte lief, wenn man nicht umsichtig war…

Irgendwann, ich weiß nicht mehr wann, leckte es wieder. Die ganze Konstruktion der Auflage war wackelig und da wir ja auch keinen Schrank hatten, sondern lediglich eine Provisoriumskiste, die unter dem Waschtisch stand, in der sich Dinge wie Fön, Bürsten und andere Dinge befanden, tropfte es in die Kiste hinein und ich vergoß wieder einmal Tränen.

Es dauerte dennoch lange, bis wir uns entschlossen, auf die Suche nach einer Alternative zu gehen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und „keine Zeit“ wäre zwar keine Lüge, aber es ist ja auch eine Frage der Prioritäten, ob man es mit dem ungeliebten Stück noch eine Weile aushalten kann oder nicht. Zudem gab es auf beiden Seiten wohl die unausgesprochene Unsicherheit, was wohl geschenen würde, wenn wir dieses Projekt tatsächlich angingen. Würden wir das Haus unter Wasser setzen? Würden Leitungen bersten? Würde ein neuer Waschtisch wohlmöglich auch gleich wieder Leck schlagen? Und was paßte überhaupt? Kurzum: es war alles gar nicht so einfach.
Es war eher ein Zufall, daß wir in einem Baumarkt fündig wurden. Die Breite stimmte. Aber es war eine Hängekonstruktion und die Altbauwände bei uns hielten kaum die Gardinen… Ich könnte ja einen Unterbau basteln, bot ich an, und der neue Waschtisch wurde bestellt.
Er kam nach einigen Wochen Lieferzeit und wir packten gespannt aus. Das Becken war zerborsten.
Beiderseitiges Seufzen begleitete den Rücktransport zum Baumarkt. Und mit dem mehrwöchigen Warten auf Ersatz war auch irgendwie die Energie verpufft, um das Projekt fortzuführen.

Der neue Waschtisch kam. Und ich mobilisierte noch die letzten Energiereserven, baute einen Unterbau auf Füßen, wir stellten nach Wochen beide Teile über einander. Doch statt uns zu freuen, waren wir unsicher. Sooo toll war mein selbstgemachter Kasten nicht geworden. Und an dem Waschbecken war außerdem noch eine Ecke abgebröselt. Doch unmöglich, das Ding jetzt zurückzubringen, keiner würde uns abnehmen, daß diese Macke schon vorher dortgewesen war.

So stand der neue Waschtisch also im Wohnzimmer und harrte der Dinge.
Ich kann mich erinnern, daß der Ficus Schmierläuse bekam, deren Schmiere auch auf dem Waschtisch klebte. Aber keine Reaktion.
Als sich Familienbesuch ankündigte, blickten wir uns ratlos an. Wohin mit dem Teil? Es mußte seinen Fensterplatz räumen und wurde nun zwischen Sekretär und Schrankwand geklemmt. Eine Decke verhing die Konstruktion und sollte unangenehme Fragen abwehren.
Und da stand er dann. Und stand. Und stand. Er diente als Ablage für Kleidung oder andere Dinge. Er versperrte den Weg zur äußersten Schranktür, aber dort mußte man nur selten ran.
Der Waschtisch im Bad leckte mal mehr und mal weniger. Manchmal stellten wir einen Eimer darunter, die Kiste mit dem Fön und den anderen Sachen schoben wir weiter nach hinten.

Wir lebten friedlich alle miteinander. Aber diese unerledigte Sache belastete uns und wurde nicht angesprochen. Es war wie ein Pakt, ein Tabu. Keiner rührte daran.

Vor etwa drei Wochen lief dann die Kiste mit dem Fön voll Wasser. Also, nicht ganz voll, nur eben so viel, daß man sie ausräumen mußte und fluchte wegen der Schweinerei. Ich drehte das Wasser ab.
Es begann die zweite Phase des Lebens ohne Waschtisch. Aber wir haben ja eine Badewanne und noch sind wir ja jung genug und gelenkig genug, um uns zu behelfen.
Und dann sagte der Liebste: „Es kommt doch das lange Wochenende, laß uns das mit dem Waschtisch erledigen.“
Mir war mulmig. Ok, was brauchten wir? Eine Mischbatterie, einen Abfluß, Silikon…. Wir sichteten die vorhandenen Teile. Siphon war da, Überlauf war da.
Am Donnerstag kam ich vom Sport und der Liebste war involviert in ein längeres Telefonat und so schritt ich zur Demontage.
Was soll man sagen? Es war knifflig. Ich holte mir Hämatome. Aber irgendwann war das siffige Ding runter.
Freitag fuhren wir in den Baumarkt, wo wir unschlüssig vor den Mischbatterien herumlungerten. Eine ausgesucht, dann unsicher wegen des Abflusses, aber die Mitarbeiterin vor Ort, total auf Zack die Dame, sagte: „Ist alles drin, sie brauchen nur noch den Siphon!“
Wir fuhren glücklich von dannen.
Die Montage verlief nicht reibungslos und so ganz haben wir auch nicht jeden Schritt bedacht, so daß jetzt die Schublade nach vorne ein wenig übersteht, aber letztlich haben wir es geschafft, das Ding steht, es gibt eine Silikonabdichtung, nichts leckt mehr und es gibt eine Schublade für überzahlreiche Badezimmeraccessoirs. Ok, für den Kasten unten müßte man noch Schubkästen besorgen und die vermackelte Ecke müßte man auch noch kleben, immerhin haben wir die Bruchstückchen liebevoll in ein leeres Döschen befördert, aber ganz ehrlich: kaum etwas ist vergleichbar mit der Erleichterung, die sich mit der Auflösung eines derartig über die Jahre angewachsenen Prokrastinationskloß einstellt!

Nur: im Wohnzimmer klafft jetzt diese ungewohnte Lücke neben dem Sekretär und der Liebste weiß jetzt auch nicht mehr so recht, wohin mit seinen Klamotten…..



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Mittwoch, 15. Juni 2011
[War schon seeehr schön...]




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Montag, 16. Mai 2011
[nicht ganz drei Wochen]
So, ich lasse jetzt mal für alle, die es noch nciht wissen, die Katze aus'm Sack:
wir werden heiraten!
Ha!
Nerven schon blank wie Drahtseile, um es mal so zu formulieren, aber ick freu mich wie Bolle.



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Montag, 9. Mai 2011
[we are family]
Meine Schwester, die mich an meinem Geburtstag am Telefon zusammenscheißt, wahrscheinlich, weil der Weihnachtszusammenschiß vorher ausgefallen war.
Ich, die ich dann, richtig zähneknirschend, einen Schritt auf sie zugemacht habe. Sie, die sich dann totgestellt hat. Ich, die ich dann, 6 Wochen später, freundlich nachgefragt habe. Sie, die dann ein paar Tage später, immerhin, auch freundlich, eine Absage zum Event erteilt hat. Ich, die daraufhin eher erleichtert als erzürnt war.

Und dann Mutter. Mutter, die einerseits, wenn ich mich empört habe, gesagt hat: macht das mal unter Euch aus. Dann aber, nach dem Geburtstagszusammenschiß, ausgerechnet mich fragt, warum Schwester und ich uns "denn so gestritten hätten". Ich kann mir da nur ausmalen, was hinter den Kulissen geschehen ist. Sie, das Opfer-Asshole, sich bei Mutter ausheulend, wie böse ich bin, daß ich einfach aufgelegt habe und mir ihre Tiraden nicht bis zum Ende angehört habe!

Und nun hat sie halt abgesagt und noch geschrieben "Post sei unterwegs". Post ist aber nicht angekommen. Ich nehme also an, daß sie a) lügt und b) sowieso nicht offen kommuniziert und c) bei Mutter wieder intrigiert.
Mutter macht mir also wieder implizit Vorwürfe, verschleiert aber die ganze Angelegenheit genauso wie Schwester, indem sie eben nicht sagt, was denn nun Sache ist, sondern dann, als sie merkt, daß ich offen sage, daß ich die Gründe der Absage nicht kenne und eigentlich auch nicht kennen will, weil mich die Angelegenheit einfach zu sehr belastet, da sagt Mutter mir "Ach, es wäre doch so schön gewesen und eigentlich auch mal ein willkommener Anlaß, sich anders zu begegnen" WTF!?
Ich kann nur sagen, es wäre schön, wenn man das ganze unabhängig von dieser Terminsache hätte klären können, um sich dann an diesem Tag unbelastet zu begegnen und eben nicht Angst haben zu müssen, daß sie mir den Tag vergiftet - was sie definitiv mit einem Halbsatz vermöchte und so sei ich doch eher froh, daß sie nicht kommt und ich nichts weiß.

Aber kalt läßt es mich nicht. Ganz und gar nicht.



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Montag, 2. Mai 2011
[across the border]
Der NT erzählt in der privaten Trainingsstunde, daß er zweimal fast verheiratet war, aber beide Male kurz vorher einen Rückzieher gemacht hat. Ganzes Leben? Nee, das wäre es dann doch nicht gewesen.
Die Frauen seien heute glücklich mit anderen Männern.

Er dagegen macht eher so den Eindruck einer verkrachten Existenz und so richtig blickt man auch nicht hinter seine Fassade. Nur, daß er eine Fassade hat, ist nicht wegzuleugnen.

In Plauderlaune hat er dann aber noch ein wenig aus dem Nähkästchen Geschichten ausgegraben: wie er im Hotel gearbeitet hat und die allein reisende Geschäftsfrau bestellt sich eine Flasche Sekt auf's Zimmer und will ihn überreden, doch dazubleiben. Oder die Frau, die immer Lambada-Privatstunden nahm, vorher den BH auszog und sich eng an ihn preßte und verzückt juchzte.

Und dann sagt er, daß er eine Frau brauche. Er macht einen Witz über seinen Bauchansatz, aber er braucht die Frau ja nicht für seinen Bauch, die Bedürftigkeit quillt ihm faktisch aus den Poren.

Und eigentlich denke ich, ist er doch einer, der in seinem Beruf mit so vielen Menschen in Kontakt kommt, gerade Frauen, und zurückhaltend ist er ja auch nicht gerade, da ist doch bestimmt schon die eine oder andere dabei gewesen, oder etwa nicht?
Aber stattdessen greift er dann doch zu anderen Mitteln, hat sich aus der Tanzschuldatenbank die Mobilnummer ausgerechnet meiner lieben Sportskollegin herausgefischt, intellektuell und auch altersmäßig überhaupt gar nicht seine Kragenweite, zu klug, zu jung, aber auch zu lieb und dann will er mit ihr Essen gehen und letztens wollte er sie nach Hause fahren.

Irgendwie ein Fall von mangelndem sozialem Einfühlungsvermögen oder Feingefühl oder wie auch immer, aber andererseits denke ich, gerade in der Liebe muß man ja auch etwas wagen, auch wagen, Grenzen zu überschreiten, und in einem gewissen Alter hat man vielleicht auch das Herumtaktieren satt, sondern geht über zum Frontalangriff.

Irgendwo zwischen Mitleid und Entsetzen.



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Dienstag, 26. April 2011
[Unverdaut]
In der Liebe liegen das Schönste und das Schrecklichste nahe beieinander. Manchmal kann man sie nicht auseinanderhalten.

Die Wucht, mit der manche Erkenntnisse einen treffen können, kommt immer unvermittelt. Frage: Korreliert die Aufprallstärke mit der zeitlichen Nähe zu einem wichtigen Datum?

Ich war noch nie so sicher.
Ich war noch nie so unsicher.
Ich müßte mit jemandem reden, aber dafür kommt keiner in Frage.



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Dienstag, 15. März 2011
[Fokus]
Während die Probleme auf persönlicher Ebene eigentlich im Vordergrund stehen sollten, ja, bearbeitet, besprochen, diskutiert werden sollten, empört sich meine Mutter über die hiesige Atompolitik. Die Empörung stört mich nicht, nur die Unsachlichkeit.

Während das Gespräch mit den Kollegen beim Mittagstisch häufig aktuelle Nachrichten aufgreift, wird zur Lage in Japan dieser Tage geschwiegen. Hier rücken eher persönliche Erlebnisse und Anliegen in den Vordergrund.

Ich bin verwirrt.



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Montag, 24. Januar 2011
[hm]
Also, vielleicht formuliere ich es mal als Frage:
Stellt Euch vor, Ihr habt ein Kind oder zwei Kinder. Und dann ist da eine Bekannte, die ist irgendwie nett, aber man hat ja auch viel zu tun mit Kindern und man wohnt auch nicht so nah beisammen, es ergibt sich einfach nicht, daß man sich vielleicht mit höherer Frequenz sieht. So. Und diese Bekannte, die strickt dann für die Kinder Filzpuschen.
Die Puschen sind fertig, sie ruft an und spricht auf den Anrufbeantworter. Dann läßt sie, als sie in der Stadt ist, die Puschen bei anderen Leuten, damit Ihr sie dann dort abholen könnt, denn es ist ja nicht so weit und es ergibt sich vielleicht früher, daß man das in Empfang nehmen kann.
Das Kind von diesen Leuten wiederum ist ganz begeistert von den Puschen, was besonders ist, weil das Kind Kleidung an sich öfter nicht mag und sich die einfach auszieht. Die Puschen zieht das Kind aber an.
Die Bekannte ist gerührt und strickt auch für dieses Kind Puschen und schickt sie mit der Post, wegen der Entfernung und der geringen Besuchsfrequenz.
Und jetzt die Frage: ist es normal, daß Leute mit Kindern das dann einfach mal so gottgegeben hinnehmen und sich nicht melden, kein Anruf, keine Mail, kein "Danke, ist angekommen"?
Und nach Monaten der Irritation muß man dann noch explizit nachfragen, damit sich diese Leute in Erinnerung rufen können, daß da dann mal was mit der Post gekommen ist, was das Kind mit Begeisterung trägt?

Und es es normal, daß ich mich jetzt richtig blöd fühle, als hätte ich mich angebiedert und sei vor eine Wand gelaufen.
Und noch blöder fühle ich mich, weil ich nämlich eine Kinderstrickjacke gemacht habe für das kleine Mädchen und ich habe jetzt leider keine Verwendung mehr dafür, denn ich trage auch niemandem was hinterher, der's irgendwie nicht wirklich will. War nämlich Arbeit und kostet auch Geld.
Also hat jetzt jemand ein etwa 2-jähriges Mädchen und möchte gerne eine Strickjacke* (gegen Materialpreis)?




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*Es handelt sich bei der Jacke um Mini Manu von Kate Davies

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Dienstag, 12. Oktober 2010
[Wochenende]
Ich habe mich beschissen benommen, war voller Vulkanwut und konnte einfach nicht anders, während ich mich darüber aufregte, daß meine Mutter sich mit "ich konnte nicht anders" vermeintlich aus all ihren im Leben jemals gemachten Fehlern herausredete.

Am Ende bleiben: Erschöpfung und schlechtes Gewissen und Ratlosigkeit und das Gefühl von Peinlichkeit.



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