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Mittwoch, 20. Oktober 2010
[Effektiv]
midori, 14:19h
Ich kann mich selbst und meine Fähigkeiten äußerst effektiv kaputtdenken.
Zum Beispiel:
Laufe meine Lieblingsstrecke im gefühlten Wahnsinnstempo, ok, es wurde früher dunkel als ich dachte, ok, ich hatte Angst, es würde gleich anfangen zu regnen, aber: Wahnsinnstempo, unter 6:30 den Kilometer.
Im Kopf überschlage ich das dann mal und rechne aus: für einen Marathon wären das mehr als 4,5 Stunden.
Das für mich gefühlte Wahnsinnstempo ist also eher schneckenmäßig.
Am Samstag sitzt so eine einsame Seele in der Nische nebenan im Tanzschulsaal, nippt an einem Glas Rotwein. Ich habe mitbekommen, daß er am Einlaß den Azubi schon vollgetextet hat, ja, er sei ja ehemaliger "Turnier-Profi" und sei ja zum Gucken da, äh ja, also Leute, die schon so dick auftragen, bevor der Abend richtig losgeht, also ich weiß nicht.
Später, er hat sein Glas leergetrunken, baut er sich vor unserem Tisch auf und hält uns einen Vortrag, wie toll wir das machen, das Aufstellen, die Haltung, die Fußarbeit, also DAS hätten wir ja wohl nicht in der Tanzschule gelernt und insbesondere ich würde ja sicher schon länger / höher tanzen, während mein Partner ja noch Schwächen hätte und einen etwas schlaffen Eindruck macht.
Elegant vermeiden wir jede Nachfrage hinsichtlich seines Fachwissens (Alarm: da will einem jemand ein Gespräch aufzwingen!), bedanken uns artig und verweisen auf die Tanzlehrerin hinter der Anlage, die er postwendend vollquatschen geht.
Eigentlich freue ich mich ja über ein Lob, aber dann kommt der Dämpfer wieder vom NT in den Kopf und der hat immerhin wirklich Ahnung, der ist schließlich in der S-Klasse, da kommt man ohne Ahnung nicht hin und der hat ja was ganz anderes gesagt.
Ok, also für so einen dahergelaufenen Möchtegern sind wir vielleicht die Helden, aber mal so hochgerechnet.
Unterm Strich: ich bin eine armselige Amateurin.
Aber ich bemühe mich redlich um eine gute Haltung dazu.
.
Zum Beispiel:
Laufe meine Lieblingsstrecke im gefühlten Wahnsinnstempo, ok, es wurde früher dunkel als ich dachte, ok, ich hatte Angst, es würde gleich anfangen zu regnen, aber: Wahnsinnstempo, unter 6:30 den Kilometer.
Im Kopf überschlage ich das dann mal und rechne aus: für einen Marathon wären das mehr als 4,5 Stunden.
Das für mich gefühlte Wahnsinnstempo ist also eher schneckenmäßig.
Am Samstag sitzt so eine einsame Seele in der Nische nebenan im Tanzschulsaal, nippt an einem Glas Rotwein. Ich habe mitbekommen, daß er am Einlaß den Azubi schon vollgetextet hat, ja, er sei ja ehemaliger "Turnier-Profi" und sei ja zum Gucken da, äh ja, also Leute, die schon so dick auftragen, bevor der Abend richtig losgeht, also ich weiß nicht.
Später, er hat sein Glas leergetrunken, baut er sich vor unserem Tisch auf und hält uns einen Vortrag, wie toll wir das machen, das Aufstellen, die Haltung, die Fußarbeit, also DAS hätten wir ja wohl nicht in der Tanzschule gelernt und insbesondere ich würde ja sicher schon länger / höher tanzen, während mein Partner ja noch Schwächen hätte und einen etwas schlaffen Eindruck macht.
Elegant vermeiden wir jede Nachfrage hinsichtlich seines Fachwissens (Alarm: da will einem jemand ein Gespräch aufzwingen!), bedanken uns artig und verweisen auf die Tanzlehrerin hinter der Anlage, die er postwendend vollquatschen geht.
Eigentlich freue ich mich ja über ein Lob, aber dann kommt der Dämpfer wieder vom NT in den Kopf und der hat immerhin wirklich Ahnung, der ist schließlich in der S-Klasse, da kommt man ohne Ahnung nicht hin und der hat ja was ganz anderes gesagt.
Ok, also für so einen dahergelaufenen Möchtegern sind wir vielleicht die Helden, aber mal so hochgerechnet.
Unterm Strich: ich bin eine armselige Amateurin.
Aber ich bemühe mich redlich um eine gute Haltung dazu.
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Dienstag, 19. Oktober 2010
[Und manchmal wird's dann doch...]
midori, 16:27h
...zu viel.
Zum Beispiel heute morgen.
Regen.
Den Vermieter unten vor der Tür getroffen.
Der zitiert mich zu sich heran, denn ich habe es tatsächlich gewagt, 4 Bodenplatten vom Balkon, je 30x30 cm, in den Hausmüll zu werfen.
Gut, kann man drüber streiten, aber wenn es darum geht, was ER in die Mülltonne werfen darf bzw. sich zu dürfen herausnimmt, werden selbstverständlich ganz andere Maßstäbe angelegt als bei Menschen zweiter Klasse aka Mieter.
Nun nähmen also diese Platten derart viel Raum in Anspruch, daß sein Müll ja gar nicht mehr da rein passe, also habe er diesen in die gelbe Tonne tun müssen, was ja auch nicht richtig sei. Sprach's und stopfte von oben seine Gartenabfälle hinein, wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, warum für den normalen Hausmüll kein Platz in der Tonne ist, wenn Gartenabfälle dort noch hineinpassen, diese aber eigentlich gesondert entsorgt werden müßten.
Ich hole also zum Gegenschlag aus und spreche die Problematik an, daß die Mülltonnen ja in einer Senke eingelassen seien, ich aber nicht in der Lage sei, die Tonne aus der Senke zu ziehen bzw. mich unlängst dabei verletzt hätte, da die Tonnen so in der Senke stünden, daß man sie nicht so umdrehen könne, daß man die zum Kippen und Schieben vorgesehene Seite mit Handgriffen und Rädern dazu nutzen könnte, die Tonne über den Rand zu ziehen. Man könne die Tonne auch nicht kippen, da der Deckel ja nach vorne aufginge und ob man das nicht mal ändern könnte.
Weit gefehlt. Der Typ dreht jetzt richtig auf. Überall würden ja die Randalierer lauern und die Tonnen umkippen und wer soll den Dreck dann wegmachen, er doch nicht etwa, er sei ja nicht der Hausmeister, so daß ich schon beschwichtigend sage, ich wolle ihm ja nichts, ich sage nur, wie es ist und er schreit daraufhin "Ich sag ja auch nur, wie es ist!!!!!!!!!"
Also, vielen Dank für das Gespräch.
Nicht, daß das damit vorbei gewesen wäre, nein, er wiederholt ja alles auch nochmal und schmückt es aus, aber im Ernst, in den vier Jahren, die wir jetzt hier verbracht haben, etliche Bundesligaspiele, sogar die Loveparade: alles ohne Mülltonnenrandalierer. Aber darum geht es ja gar nicht, es geht nur darum, daß dieser selbstgefällige Typ Recht hat und ich Unrecht. Und dann kommt noch seine Frau und der ganze Sermon von vorne, während die noch relativ verständnisvoll sagt, na, wenn Sie's nicht schaffen, macht das halt mein Mann. Zack, fertig.
Trotzdem rammt mir dieses Prinzip der Machtdemonstration von oben nach unten einfach einen Dolch unter meine dünne Haut und ich muß am Ende die Tränen runterschlucken.
Ehrlich: der Tag, an dem wir ausziehen, wird ein Feiertag.
.
Zum Beispiel heute morgen.
Regen.
Den Vermieter unten vor der Tür getroffen.
Der zitiert mich zu sich heran, denn ich habe es tatsächlich gewagt, 4 Bodenplatten vom Balkon, je 30x30 cm, in den Hausmüll zu werfen.
Gut, kann man drüber streiten, aber wenn es darum geht, was ER in die Mülltonne werfen darf bzw. sich zu dürfen herausnimmt, werden selbstverständlich ganz andere Maßstäbe angelegt als bei Menschen zweiter Klasse aka Mieter.
Nun nähmen also diese Platten derart viel Raum in Anspruch, daß sein Müll ja gar nicht mehr da rein passe, also habe er diesen in die gelbe Tonne tun müssen, was ja auch nicht richtig sei. Sprach's und stopfte von oben seine Gartenabfälle hinein, wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, warum für den normalen Hausmüll kein Platz in der Tonne ist, wenn Gartenabfälle dort noch hineinpassen, diese aber eigentlich gesondert entsorgt werden müßten.
Ich hole also zum Gegenschlag aus und spreche die Problematik an, daß die Mülltonnen ja in einer Senke eingelassen seien, ich aber nicht in der Lage sei, die Tonne aus der Senke zu ziehen bzw. mich unlängst dabei verletzt hätte, da die Tonnen so in der Senke stünden, daß man sie nicht so umdrehen könne, daß man die zum Kippen und Schieben vorgesehene Seite mit Handgriffen und Rädern dazu nutzen könnte, die Tonne über den Rand zu ziehen. Man könne die Tonne auch nicht kippen, da der Deckel ja nach vorne aufginge und ob man das nicht mal ändern könnte.
Weit gefehlt. Der Typ dreht jetzt richtig auf. Überall würden ja die Randalierer lauern und die Tonnen umkippen und wer soll den Dreck dann wegmachen, er doch nicht etwa, er sei ja nicht der Hausmeister, so daß ich schon beschwichtigend sage, ich wolle ihm ja nichts, ich sage nur, wie es ist und er schreit daraufhin "Ich sag ja auch nur, wie es ist!!!!!!!!!"
Also, vielen Dank für das Gespräch.
Nicht, daß das damit vorbei gewesen wäre, nein, er wiederholt ja alles auch nochmal und schmückt es aus, aber im Ernst, in den vier Jahren, die wir jetzt hier verbracht haben, etliche Bundesligaspiele, sogar die Loveparade: alles ohne Mülltonnenrandalierer. Aber darum geht es ja gar nicht, es geht nur darum, daß dieser selbstgefällige Typ Recht hat und ich Unrecht. Und dann kommt noch seine Frau und der ganze Sermon von vorne, während die noch relativ verständnisvoll sagt, na, wenn Sie's nicht schaffen, macht das halt mein Mann. Zack, fertig.
Trotzdem rammt mir dieses Prinzip der Machtdemonstration von oben nach unten einfach einen Dolch unter meine dünne Haut und ich muß am Ende die Tränen runterschlucken.
Ehrlich: der Tag, an dem wir ausziehen, wird ein Feiertag.
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