Freitag, 24. September 2010
[Job]
Ich wollte mich verändern, das stand auf dem Plan für 2010.
Weil ich nicht wußte, wohin, war erstmal ein Coaching angedacht.
Doch dann....
Ja, es kam etwas dazwischen, etwas, das mich längerfristig daran hindert, den Job zu wechseln, so bis Mitte nächsten Jahres. Etwas Schönes. Und dann doch so Hinderliches. Und so wird das Schöne ein wenig getrübt.
Ich halte das aus, dachte ich.

Jetzt sitze ich hier seit Wochen und falle in mich zusammen.
Job.
Ich brauche ihn. Ich brauche Geld zum Leben. Und doch scheint er gleichzeitig nur hinderlich am Leben.
Es gibt hier keine Erfüllung für mich und seit längerem auch keine wirklichen Aufgaben mehr.
Keine Forderung, keine Förderung, nur immer die Angst: nicht mehr gebraucht werden, daß es jemand bemerkt, daß ich in Wirklichkeit vollkommen überflüssig bin.
Während um mich herum die Welt im Streß versinkt und vor Wichtigkeit strotzt, schäme ich mich meiner Langeweile und der lähmenden Einsicht, daß ich daran nichts ändern kann.
Nicht, daß ich es nicht versucht hätte. Ich hatte auch mal Ideen. Gute sogar. Aber wieviele Ideen hat einer noch, dessen Ideen zwar für gut befunden werden, aber doch nie umgesetzt wurden?
Wie sehr hängt sich jemand noch rein, der von besonders einem Kollegen immer wieder abgefälscht wurde?
Und dann die anderen Ängste: ich kann ja eigentlich gar nichts und bestimmte Eigenschaften, die es anderen vielleicht leicht machen, sind mir nicht zu eigen. Kann nicht gut reden, mich präsentieren und verkaufen und als toll hinstellen. Ich kann mir nicht gut Freunde machen oder netzwerken.
Ich kann so vieles nicht und werde dabei immer älter.

Dann sehe ich, wie sehr sich die Frau A anstrengen muß, gerade den Job verloren, verquerer Lebensweg, so wie ich, mit Mittezwanzigjährigen konkurrieren müssen, sich abspeisenlassen müssen für wenig Geld. Gut, daß ich kein Kind habe, denke ich, flexibel sein muß man ja heute auch noch, egal wie die Lebensumstände sind, egal wie die persönliche Konstitution ist.

Ich sitze hier und versuche, die Zeit herumzubringen, die Stunden, die Tage, die Wochen.
Doch mit der Zeit wird es schwierig, sich zu konzentrieren, tatsächlich auch stringent die wenige Arbeit zu tun, die mir über den Weg läuft, so als würde mir alles durch die Finger rinnen, das Leben, die Zeit.

Ich beneide die, die für ihre Aufgabe brennen, sich reinhängen, voller Energie ihrem Tagwerk nachgehen. Ich versuche, diese Energie in meine Freizeit zu legen; es hat deswegen Konflikte gegeben.
Ich brauche einfach Erfolgserlebnisse und Anerkennung und im Sport oder beim Tanzen bekommt man nichts geschenkt, kann sich nicht auf der Leistung von gestern ausruhen.

Du könntest doch in dem Bereich... ja, der Vorschlag war da, der Gedanke war da, aber dann wieder: zu alt, keine Rampensau, Konkurrenz und Gedrängle, ich will das nicht, ich will aufgehen in einer Sache, brennen, mich reinhängen, aber ich bin so nicht, nicht einmal mit Dingen, von denen ich 100% begeistert bin, kann ich andere anstecken

Und jetzt hänge ich bloß in der Luft.



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Dienstag, 21. September 2010
[Familienkommunikation]
Schwester A: "Kommst Du zu Mutters 75.?"
Ich: "Nun, noch bin ich nicht eingeladen, daher kann ich das nicht sagen."

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Schwester B: "Was machst Du denn zu Mutters 75.? A bezahlt die Location, ich bezahl die Getränke. Essen bringen die Gäste selbst mit."
Ich: "?????"

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Ich: "Mutter, so geht das nicht. Ihr habt jetzt also schon alles aufgeteilt. Ich kann Dir organisatorisch leider nicht unter die Arme greifen. A und B haben sich mit Zahlung von Geld alles schön einfach gemacht. Du kannst mir dann ja sagen, was Du Dir von mir wünschst."

Mutter: "Also, die Location kostet nichts, und B will nur den Wein bezahlen. Und ich wollte alles Mitte Oktober in Ruhe mit Dir besprechen"

Ich: "????"

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Update:

Mutter auf der Mailbox: "Was Deine Schwestern gesagt haben, haben die gesagt und das letzte Wort habe ich und ich bespreche alles in Ruhe mit Dir, wenn ich dann komme."

Äh, ja.....



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