Montag, 5. Juli 2010
[Weekend]
Wenn man am gefühlt heißesten Tag des Jahres bereits mit latenten Kopfschmerzen beginnend zu zweit im alten, natürlich unklimatisierten Auto, 7 Stunden durch die Gegend fährt und Termine abklappert, achja und das Auto hat noch Winterreifen, haha, lachen Sie jetzt nicht, ich hatte tatsächlich NULL Zeit, das Ding zum Autoschrauber meines Vertrauens zu bringen, ist das durchaus eine Zerreißprobe für eine Beziehung.
Hat aber gehalten. Das Auto. Und die Beziehung sowieso.
Abends Tanzen. Der alte Tanzlehrer greift versehentlich in meinen Schweiß, er hat ja keine Ahnung, wie rasch ich komplett durchnässe, ist erschrocken und befiehlt: Abfrottieren!

Am zweiten gefühlt heißesten Tag dann Mißverständnis am frühen Morgen. Der Liebste schon "seit Stunden" wach, ich komme nicht schnell genug in die Hufe, währenddessen schläft er auf dem Sofa wieder ein, was mich kurzerhand entscheiden läßt, daß die Außentemperatur noch eine Laufrunde zuläßt, er wacht auf, sieht mich in Laufbekleidung und gefühlt ist für ihn der Vormittag mit mir am See gescheitert. Nachdem ich aber zurückgekehrt bin, fahren wir friedlich zu See und ergötzen uns in Wasserspielen.
Abends Tanzen.
Nach dem Tanzen sehen wir aus wie nach dem Bad im See, nur in normaler Kleidung.

Am Sonntagvormittag Spocht.
Der Schweiß rinnt wie in der Saune, obwohl ich überraschenderweise nicht das Gefühl von Hitze habe, die in den Kopf steigt, nur Nässe, Nässe und nochmals Nässe.
Danach wieder See, viel zu spät, die guten Plätze sind schon weg, naja, macht nix.
Neugierige Wildgänse.

Eis Essen.
Nüsse karamellisieren.
Zusätzlich Butter-Sahne-Karamellsauce probe-fertigen. Leider Kristalle drin. Was habe ich falsch gemacht? Die Nüsse sind großartig mit einer glänzenden Schicht umhüllt.
Gefrohrenes Lassi.
Bedauern, daß wir die Eismaschine nicht gekauft haben.
Der Liebste meinte: "Denk an die Folgekosten, monatlich neue Klamotten, immer wieder Fett absaugen!"
Pfffft, dann gibt's halt Karamellsauce ohne Eis! Pur!

Hospitieren. Der Tanzpartner ist unsportlich und riecht nach Zigaretten. Nach 15 Minuten ist sein Hemd durchweicht. Tapferer Kerl.



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Montag, 28. Juni 2010
[Familie]
Ich habe Verwandte, aber keine Familie.
Immer wieder bin ich überrascht über den Zusammenhalt, den manche Familien haben und auch leben. Da wird sich gegenseitig geholfen, unterstützt, beraten. Ich kenne das nicht. Stattdessen gibt es bei uns: Streit, Konkurrenz, Unausgesprochenes und ein "jeder für sich".

Unlängst anläßlich des monatlichen Hormontiefs darüber in Tränen ausgebrochen mit einem Gefühl tiefer Einsamkeit und gleichzeitig Inkompatibilität.
Hatte Mutter nicht gesagt, daß sie anläßlich der Ruhr 2010 zu einem Besuch kommen wollte? Hatte ich sie nicht gebeten, sich eine Veranstaltung ihrer Wahl auszusuchen? Und hat sie bis heute nicht konkret sagen können, was sie will und wann? Wie soll ich mich dann auf ihren Besuch einrichten? Urlaub nehmen? Wie soll das überhaupt funktionieren?
Überhaupt reist sie regelmäßig durch die Lande, könnte durchaus mal auf dem Weg für einen Tag oder eine Nacht Station machen. Stattdessen ist es immer kompliziert. Ja, und nach Berlin fährt sie natürlich lieber, da ist es ja auch schöner. Pech, daß ich in diesem kulturlosen und häßlichen Moloch wohne, nein, "mich verstecke". Ach.
Und ist es nicht so, daß meine Mutter, die sich ja immer so um mich gesorgt hat und mir so gewünscht hat, ich würde mich mal erholen, daß sie in den letzten 18 Jahren genau einmal da war, um für 5 Tage auf meine Katzen aufzupassen, damit ich ruhigen Gewissens verreisen konnte? Wenn ich in Berlin wohnte, wäre es wohl anders gewesen, aber so....
Nicht, daß ich mehr für sie dagewesen wäre, auch das tut mir irgendwie leid, aber sie läßt es auch gar nicht zu. Nicht einmal, wenn sie bei mir ist, läßt sie zu, daß ich für sie da bin, sondern verlangt nach meiner Bügelwäsche, damit sie etwas Sinnvolles tun kann.

Bin ich deshalb so irritiert, daß der Liebste stets so sorgsam mit mir umgeht, so voller Geduld und Zärtlichkeit steckt, daß ihm auch nach mehr als 5 Jahren nicht langweilig mit mir ist?

Seit ich ihn kenne, kann ich mir vorstellen, daß Familie auch etwas anderes sein kann, auch etwas Selbstverständliches und Leichtes, ohne all dieses schwierige Gedingse.




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