Montag, 9. November 2009
[Glaube]
Ich bin nicht religiös, habe keinen ausgeprägten Glauben, der mir eine Richtung vorgibt.
Natürlich bin ich geprägt durch ein christliches Elternhaus und die Werte, die unsere Kultur mir mitgegeben hat.
Ich habe Respekt vor dem Glauben anderer, tue diese, auch wenn ich selbst nicht deren Überzeugungen teile, nicht als krude Spinner ab, benehme mich in Gotteshäusern respektvoll und angemessen, um die nicht zu beleidigen, denen so ein Ort heilig ist.

Jetzt wurde ich vor nicht allzulanger Zeit in einem Radiointerview (spielt hier keine Rolle mit wem) an ein Lied erinnert, nämlich "Always look on the bright side of life" von Monty Python.
Monty Python, das war während unserer Schulzeit der Oberkult und galt als die Krönung des Humors. Ok, wir waren jung. Und natürlich habe ich alles von Monty Python gesehen, auch "Das Leben des Brian", aus dem dieser Song stammt.

Jetzt hörte ich also diesen Song wieder und dachte bei mir, oh, der ist wirklich cool, lustig, die Szene sarkastisch und humoristisch im Grenzbereich, aber ehrlich: was haben wir gelacht und beim Verlassen des Kinos oder am Ende des Videoabends noch mitgesummt.

Mir fiel auf, daß das Lied sogar irgendwie tanzbar ist; ist eben so eine Marotte seit ich tanze wird halt alles auch Tanzbarkeit abgeklopft. Ok, bissi schnell für einen Slowfox, aber durchaus tanzbar.
Und am Wochenende, es war schon spät am Welttanztag und die meisten Gäste waren schon weg, da habe ich dann gefragt, ob die Tanzlehrerin denn zufällig dieses Lied habe.
Ja, nee, hm, von wem das denn sei und ich so "Das Leben des Brian" und sie war total entsetzt.
Dieser Film sei Gotteslästerung und überhaupt, sie habe den ja nach 10 Minuten ausgeschaltet und sowas würde sie nicht sehen, sie sei ein tiefgläubiger Mensch und das sei ja nicht zu ertragen.

Man kann sich vorstellen, daß mir angesichts dieser heftigen Reaktion die Situation äußerst peinlich war und ich hilflos stammelte, daß es ja in dem Film nicht um Gott oder Jesus ginge, der ja lediglich am Kreuzweg in einer Nebenrolle auftauche, sondern eher um einen gewissen Brian, der hilflos durchs Leben stolpert und den irgendwelche Leute aus unerfindlichen Gründen für erleuchtet halten.
Gottseidank, dachte ich mir, kennt sie dann die Hintergrundszene dieses Songs nicht, das hätte aber ein Hallo gegeben, eieieieieieiei.....
Und keine Frage: dieser plötzliche Ausbruch hat zwischen mir und dem Liebsten für reichlich Diskussionsstoff gesorgt.

Bevor ich aber unsere Gedankengänge hier darlege, würde mich interessieren:
Wie ist das bei Euch mit dem Glauben?
Kennt Ihr den Film?
Findet Ihr den lustig oder fürchterlich und gar blasphemisch?


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Freitag, 6. November 2009
[heile Welt in Trümmern]
Diese großen, gelben Bodenreinigungsmaschinen, die mit denen sie unten am Empfang die großen Flächen dieser glänzenden Fliesen putzen...
Gestern bin ich spät rausgekommen und unten fuhr wieder der Mann seine Runden mit der großen gelben Bodenreinigungsmaschine.
Zwei Wochen, habe ich da gedacht, zwei Wochen ist es her, als sie hier standen, alle zusammen, die Kollegin, ihr Mann und der kleine Sohn.
Es war auch spät geworden, draußen war es dunkel, und der Mann war mit dem Sohn gekommen, um sie abzuholen, weil sie solche Rückenschmerzen hatte und der Kleine war ganz verzückt, denn er hatte mitfahren dürfen, oben drauf auf der großen gelben Bodenreinigungsmaschine.
Und als ich durch die Schleusen ging, sagte ich hallo und blieb kurz stehen, wechselte ein paar Worte.
Und sie gaben ein schönes Bild ab, denn sie lieben sich alle und freuen sich an diesen Dingen, auch wenn das Leben nicht immer einfach ist.

Zwei Wochen.
Gestern vor zwei Wochen war die Welt in Ordnung.
Gestern vor zwei Tagen ist ihr Mann beerdigt worden.



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[das Böse]
Das Böse hat keinen Grund, hat Steve immer wieder mantraartig wiederholt, das Böse hat keinen Grund.

Die Geschichten, die er zur Illustration heranzog schienen das zu belegen, eine rationale Erlärung gab es nicht für das, was da geschehen war.

Es gibt aber auch andere Situationen im Leben, wo man dem Bösen begegnet oder von ihm hört.
Ich meine damit Situationen, die durch Leute entstehen, die so unglaublich dreist sind, andere zum eigenen Vorteil unterdrücken, lügen, mobben und damit unbeschadet durchkommen. Alles schreit zum Himmel, die Ungerechtigkeit, die Bösartigkeit, die Verschlagenheit, einfach alles. Und sie kommen trotzdem durch, weil sie die Fäden in der Hand halten oder weil sie diejenigen beeinflussen, die die Fäden in der Hand halten.

Ich habe keinen Weg gefunden, damit zurechtzukommen. Alles in mir ballt sich zusammen, wenn ich solche Geschichten höre. Ich möchte dann für die Gerechtigkeit kämpfen und sehe doch keinen Weg, fühle mich machtlos und klein und voller Wut und Empörung.

Am besten ist es, wenn man den Dunstkreis solcher Leute verläßt, wenn es möglich ist, und am besten nicht zurückkehrt. Und dann möge man beten, daß ihnen Gerechtigkeit widerfährt, auf welche Art und Weise auch immer.

Komme mir keiner mit Psychologie, schwerer Kindheit oder Selbstwertproblematiken, sowas habe ich alles selbst und ich mache auch niemanden fertig deswegen.

Beispiele?

Ich hatte mal einen Studentenjob in so einer Brauereikneipe. Es war Knochenarbeit und ich war jung und brauchte das Geld. Ich war auch gut und habe mich nie beklagt. Dann wechselte der Verantwortliche für den Einsatz des Servicepersonals. Er konnte mich nicht leiden, obwohl ich doch nichts getan hatte, um ihm zu mißfallen. Ich mißfiel eben. Und dann kam der Tag, an dem sein perfider Plan aufging und ich wurde rausgeworfen, weil ich angeblich nach Schichtende die Tische nicht ordentlich abgewischt hatte. Es war eine dreiste Lüge und dieser Mann hatte alle Möglichkeiten, das zu manipulieren, die Tische zu verschmutzen und sie dann dem Geschäftsführer zu zeigen. Der zeigte sich sehr enttäuscht von mir und ich war nicht nur geschaßt, sondern auch mein Ruf als gute Servicekraft war ruiniert.
Aber ich saß am unteren Ende der Kette. Alle hilflosen Versuche, das richtigzustellen, schlugen fehl. Mußten fehlschlagen, denn mal ehrlich, wenn man etwas auf jemanden hält und der wischt die Tische einmal nicht richtig ab, dann sagt man "Na, das machste aber in Zukunft bitte ordentlich" und das war's.


In der ehemaligen Firma des liebsten herrschten schlimme Zustände. Der GF fühlte sich berufen, die Firma mit Visionen zu beglücken, während das operative Geschäft gerade völlig in die Binsen ging und die Umsätze stetig sanken. Sein erklärter Liebling, die Dame aus der Kaufmännischen Abteilung, wurde von ihm dazu auserkoren, ihm bei seinen strategischen Visionen als Muse zu dienen. Sie bekam ein exorbitantes Gehalt und durfte ihre Stunden aufstocken von Teilzeit auf Vollzeit. Dabei muß man wissen, daß die Dame eigentlich nie arbeitete und während sie privat ein Haus baute, war sie so gut wie nie in der Firma, hatte aber -wunder-wunder- unglaubliche viele Überstunden und noch den gesamten Jahresurlaub vom Vorjahr und war immer "total überlastet". Ihre zwei Mitarbeiter, eine Zeitarbeitskraft und eine Azubine bewältigten das Tagesgeschäft, denn die Frau war nicht in der Lage, das Buchhaltungsprogramm zu bedienen und erlaubte sich unglaubliche Fehler und Ausreden, insbesondere, wenn es darum ging, Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung herauszugeben, was eigentlich schon an ein unmögliches Unterfangen grenzte, denn all ihre Excel-Berechnungen strotzten nur so vor Fehlern.
Während die, die die eigentliche Arbeit im Unternehmen verrichteten, in Kurzarbeit gehen mußten, blieb die wichtige Geschäftsleitung natürlich Vollzeit im Amt und strich auch immer schön die großen Gehälter der vor sich hinsterbenden Firma ein.
Ich habe wirklich gewünscht, daß sie pleite gehen, aber leider, leider sind meine Gebete nicht erhört worden. Diese Geschichte kann ich nur oberflächlich erzählen, nur am Rande sei erwähnt, daß diese Frau natürlich alle schikanierte und dabei volle Rückendeckung vom GF genoß. Wenn sich jemand beschwerte, war er der Böse. Und der GF war natürlich außerhalb jeglicher Diskussion. Und eigentlich gibt es den Laden nur noch, weil sich ein paar ewig Dumme dort immer noch den Ar*** abarbeiten für einen Hungerlohn.
Zum Glück gehört der Liebste schön länger nicht mehr dazu und nur ab und zu tropfen die Informationen durch. Sie kommen einfach durch mit ihrer Masche, ohne daß ihnen der Laden unterm Hintern zusammenbricht. Es scheint unglaublich, aber es ist die Wahrheit.

Nun hat im Fitness-Studio meines ehemaligen Vertrauens eine fachlich komplett inkompetente Dame die Leitung des Kursbereichs übernommen.
Diese Leitung besteht darin, daß sie den Kursplan einmal komplett umgeworfen hat, ihr willfährige Trainer wurden mit vielen Stunden belohnt, und tatsächlich gute Trainer wurden an den Rand gedrängt und eine wurde sang- und klanglos verbannt, einfach so. Die Frau behauptet, daß dieses Mädchen in eMails und SMS angeblich schlecht über sie gesprochen hätte. Allein: das ist doch lediglich Hörensagen, Beweise gibt es nicht. Die dumme Geschäftsführernulpe glaubt alles 1:1, hat keine Lust auf Zickenterror und sagt, na gut, dann geht sie halt, kommt halt jemand anders und gibt die Kurse. So einfach ist das.
Innerhalb von zwei Monaten ist das Qualitätsniveau rapide gesunken. Trainer geben Kurse mit Übungen, die Verletzungspotenzial bergen, während man mit dem Begriff "Health" im Namen etwas anderes vermittelt, unausgewogen, hingeschmuddelt. Neues Material wird angeschafft: Billigkram. Die Musikanlage und/oder das Mikro fallen ständig aus, meine Lieblingskurse auf das gröbste zusammengestrichen.
Überflüssig zu sagen, daß man als Mitgliedervieh niemals jemanden zu sehen oder zu sprechen bekommt, der dort Verantwortung trägt. Der Geschäftsführer ist nur da, wenn er Lust hat, der Laden läuft ja irgendwie von alleine, die Kursbereichsleitung ist irgendwie auch nie da, es gibt keine eMail-Adresse, keine Telefonnummer, nichts, es ist einfach nicht vorgesehen, daß man sich beschwert. Zahlen und hingehen oder auch nicht.
Und was dort im Hintergrund geshieht, mit kleinen Nachwuchstrainerinnen, deren Nase der neuen "Leiterin" einfach so nicht paßt, das bekommt keiner mit, alle denken sich "schade", aber sie machen einfach weiter, einfach so und eigentlich, wenn ich ehrlich bin, will ich's gar nicht wissen, denn ich könnte solchen Leuten einfach nur ins Gesicht kotzen, mir wird schlecht bei soviel Bösartigkeit.



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