Montag, 20. Juli 2009
[Think positive]
Ich neige ja irgendwie zum Negativieren.
Ganz schlecht für mich. Und wenn ich dann zuviel Zeit habe, wie zum Beispiel im Büro, dann fangen die negativen Gedanken an, ihr böses Spiel mit mir zu treiben.
Also, denke ich mir, könnte ich ja mal aufschreiben, welche positiven Sachen es so gibt und wer weiß: vielleicht kommt hinterher raus, daß ich ein super Leben habe und keinerlei Grund mich zu beklagen.

Also heute zum Beispiel: neben dem besten Mann der Welt aufgewacht, dem mit der samtigen Haut und den zärtlichen, warmen, weichen Händen. Einfach toll!

Mit Katze 2 beim Morgenkaffee geschmust. Mit lautem Schnurren belohnt worden. Katzenbesitzerglück!

Die Post war schon da, als ich aus dem Haus ging: eine Speicherkarte für mein neues Mobifon!

Überhaupt: habe mir ganz viele tolle Sachen gekauft in letzter Zeit: eine Matte (zum Turnen zu Hause), Handgewichte (dito), eine Tasche, das Mobifon, die Speicherkarte dafür, ein Glätteisen-Locken-Styling-Ding, das mir eine festliche Lockenfrisur für den Samstagabend-Tanz gezaubert hat, ein neues Outfit zum Tanzen.

Ich habe der Ju außerdem ein Sportoutfit vorfinanziert, um sie etwas zu trösten, weil sie das Auto kaputtgefahren hat und sich nun für das Ersatzteilgeld nicht die gewünschten Sportsachen kaufen konnte, und das, wo die alte Hose nicht mehr hält. Sie hat sich total gefreut und die Hose war im SSV ein totales Schnäppchen. Das Shirt tauschen wir Dienstag um. Es ist schön, anderen Menschen eine Freude zu machen.

Heute einen ganz herrlichen Mailwechsel mit Freundin gehabt. Da wird mir immer ganz warm ums Herz. Ehrlich!

Gestern beim Steppen habe ich mich über die genialen Schritte gefreut, die sich Nici wieder ausgedacht hatte. Sie ist kreativ und inspirierend, fordert viel, und es macht Spaß bei ihr zu trainieren.

Gerade einen Quark mit frischen Erdbeeren genossen. Herrlich!


Das Leben ist schön. Irgendwie.


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Donnerstag, 9. Juli 2009
[widersprüchlich]
Ich habe keine Ahnung, wohin mich die innere Abwehr treiben will. Was ich ganz deutlich fühle: hier, in diesem Job, in diesem Team, in dieser Abteilung, in diesem Unternehmen fühle ich mich nicht wohl. Und dann wieder: irgendwie trennt man sich nach so vielen Jahren aber auch nicht leichten Herzens, schon gar nicht als ohnehin ständig fremdelnder Mensch, dem das Schließen von Kontakten schwerfällt, der sich trotzdem in der Rolle des auf sich selbstgestellten Nerds nicht wohlfühlt.
Klar, ein paar nette Kollegen gibt es, die direkten Kollegen sind ok, keine Arschlöcher, keine Intriganten, keine Karrierehengste. Ich habe viele Freiheiten, ein warmes Büro. Alles könnte so schön sein, so schön, wenn, ja wenn nicht mein Inneres ständig rebellieren würde.
Ich bin angezogen und abgestoßen zugleich. Wäre gerne Teil des Ganzen und spüre doch deutlich, daß ich das nicht sein kann und an irgendeiner Ecke des Bewußtseins auch doch nicht sein will. Jedes von oben verordnete "Come together" schnürt mir die Luft ab, auch wenn ich sehe, die neue Führungskraft will den Job gut machen, macht sich darüber Gedanken, wie man das Zusammenarbeiten Wirklichkeit werden läßt - ich nehme das durchaus wahr. Und trotzdem winde ich mich heraus. Und dann wieder ertappe ich mich dabei, wie ich Kollegen um Vertraulichkeit und Gemeinsamkeit beneide.

Bin ich wirklich anders, oder denke ich das nur?
Irgendwie macht mich die Situation traurig.


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