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Mittwoch, 24. Juni 2009
[Mach Du mal...]
midori, 13:14h
...ich hab mir grad die Hände eingecremt.
Ich glaube, ich brauche dieses Shirt von Rumpfkluft. Als Funktionsshirt bitte, um den Sarkasmus-Schweiß nach außen abzuleiten.
Ich so zum Liebsten: Du, Liebster, guck mal, dann und dann Konzert da und da, haste Lust da hinzugehen? Wir waren doch auch schon so lange nicht mehr und guck mal, das sind drei total gute Konzerte an einem Abend!
Er so: Jakönnwamachn.
Jakönnwamachn. Wie ich das hasse! Nicht: oh, super, ja, total Lust drauf, ich kümmer mich um die Karten! Nicht: super Idee, besorgst Du die Karten, ich geb Dir das Geld?
Nein: jakönnwamachn.
Ob wir da tatsächlich hingehen hängt ganz allein an mir, ob ICH jetzt die Karten besorge, sie ihm auf dem Silbertablett präsentiere, ihn rechtzeit nochmal erinnere, Du, Liebster, morgen, da gehen wir zum Konzert.
Pfffffft.
Dann Sommertanzkurse. Erst findet er es genauso doof wie ich, daß in den Sommerferien auch Tanzschulferien sind. Man will ja nicht alles vergessen. Also recherchiere ich. Hier, Liebster, Tanzschule xy hat hier Sommerkurs und die Tanzschule abc hat dieses Programm, wir können ja das eine oder andere machen.
Jakönnwamachn.
Äh, ja, und wer darf das organisieren? Da anrufen? Nach Inhalten fragen?
Sommersportkurse.
Ich versuche ein paar Leute zu rekrutieren, schreibe sie an, bla und blubb.
Grundsätzlich finden alle, ja nette Idee, könnwamachn.
Nur: zur Tat schreitet keiner. Konkret wird keiner.
Ich kann mich da ja jetzt anmelden. Die Plätze sind begrenzt. Sollen die doch machen was sie wollen, wenn's hinterher keinen freien Platz mehr gibt, schließlich bin ich doch nicht deren Arschnachträger.
Und dann verabschiedet sich Kollegin C nach fast 10 Jahren in der Firma.
Wer fragt in Ihrer Abteilung eine Kollegin, ob was zum Abschied geplant ist?
Wer hat daraufhin die Kollegen informiert, daß gesammelt wird? Ich schlage vor, wir könnten einen Kuchen backen.
Jakönnwamachn.
Bis heute hat keiner einen Cent Geld gespendet für das Abschiedsgeschenk.
Leute! Wacht auf!
Könnwamachn is nich. Nicht mit mir!
Und außerdem: ich hab mir grad die Hände eingecremt!
.
Ich glaube, ich brauche dieses Shirt von Rumpfkluft. Als Funktionsshirt bitte, um den Sarkasmus-Schweiß nach außen abzuleiten.
Ich so zum Liebsten: Du, Liebster, guck mal, dann und dann Konzert da und da, haste Lust da hinzugehen? Wir waren doch auch schon so lange nicht mehr und guck mal, das sind drei total gute Konzerte an einem Abend!
Er so: Jakönnwamachn.
Jakönnwamachn. Wie ich das hasse! Nicht: oh, super, ja, total Lust drauf, ich kümmer mich um die Karten! Nicht: super Idee, besorgst Du die Karten, ich geb Dir das Geld?
Nein: jakönnwamachn.
Ob wir da tatsächlich hingehen hängt ganz allein an mir, ob ICH jetzt die Karten besorge, sie ihm auf dem Silbertablett präsentiere, ihn rechtzeit nochmal erinnere, Du, Liebster, morgen, da gehen wir zum Konzert.
Pfffffft.
Dann Sommertanzkurse. Erst findet er es genauso doof wie ich, daß in den Sommerferien auch Tanzschulferien sind. Man will ja nicht alles vergessen. Also recherchiere ich. Hier, Liebster, Tanzschule xy hat hier Sommerkurs und die Tanzschule abc hat dieses Programm, wir können ja das eine oder andere machen.
Jakönnwamachn.
Äh, ja, und wer darf das organisieren? Da anrufen? Nach Inhalten fragen?
Sommersportkurse.
Ich versuche ein paar Leute zu rekrutieren, schreibe sie an, bla und blubb.
Grundsätzlich finden alle, ja nette Idee, könnwamachn.
Nur: zur Tat schreitet keiner. Konkret wird keiner.
Ich kann mich da ja jetzt anmelden. Die Plätze sind begrenzt. Sollen die doch machen was sie wollen, wenn's hinterher keinen freien Platz mehr gibt, schließlich bin ich doch nicht deren Arschnachträger.
Und dann verabschiedet sich Kollegin C nach fast 10 Jahren in der Firma.
Wer fragt in Ihrer Abteilung eine Kollegin, ob was zum Abschied geplant ist?
Wer hat daraufhin die Kollegen informiert, daß gesammelt wird? Ich schlage vor, wir könnten einen Kuchen backen.
Jakönnwamachn.
Bis heute hat keiner einen Cent Geld gespendet für das Abschiedsgeschenk.
Leute! Wacht auf!
Könnwamachn is nich. Nicht mit mir!
Und außerdem: ich hab mir grad die Hände eingecremt!
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Mittwoch, 17. Juni 2009
[Tag der verschluckten Gehässigkeiten]
midori, 16:05h
An manchen Tagen gehen mir lauter böse Kommentare durch den Kopf, die, spräche ich sie aus, wohl zusammengenommen einen Weltkrieg auslösen könnten.
Ja, ich bin mir bewußt, daß das wahrscheinlich daran liegt, daß ich mit mir selbst dann nicht im Reinen bin, denn wer das ist, also im Reinen mit sich, der kann auch gerne großzügig sein und andere sein lassen, wie sie sind. Aber manchmal kann ich das nicht. Ganz heimlich, versteht sich.
Morgens könnte ich dann direkt die Augen verdrehen.
Das Treppenhaus ist zu sauber, der Bahnhof zu dreckig. Die Bäckereifachverkäuferin hört wieder schlecht. Ey, Du intraorbital infraluminierte Person, ich komme fast jeden Tag hierher und kaufe fast immer das gleiche und Du hast das immer noch nicht gecheckt?
Am Bahnhof die Schulklasse mit ihren desillusionierten Pädagogen. Ey, könnt Ihr nicht vorne einsteigen? Gleich beim Lokführer und dem auf die Nüsse gehen? Wer erlaubt den Kindern eigentlich schon Strähnchen vom Friseur und Ohrringe? Und Du, Du kleiner Wicht, weißt Du eigentlich, wie lächerlich Du aussiehst mit der Kippe? Hm? Hat Euch Eure Mutti nicht gesagt, daß man auch mal die Fresse halten muß?
Der Kollege im Fahrstuhl, der allen Ernstes den Knopf für die erste Etage drückt. Na, gestern zuviel Sport gemacht, daß Du die eine Etage nicht auf der Treppe bewältigst? Behindert? Krank? Schlecht geschlafen? Hm? Ich schon! Ich will aber in die vierte, Du Loser!
Und die Kollegin da, was stellt die eigentlich immer mit ihren Haaren an, daß die so scheiße aussehen? Die soll mal den Friseur wechseln und am besten gleich noch eine Typberatung machen. Mann, mann, mann, die ist doch Akademikerin, ist es da zu viel verlangt, sich einen anständigen Friseur zu suchen? Und wo wir dabei sind: überschminkte Pickel sieht man trotzdem. Und: überschminkte Pickel sehen scheiße aus. Es gibt Hautärzte. Es gibt Produkte gegen sowas. Die gibt es aber nicht im Drogeriemarkt, capice?
Und was pickt die denn da am Salatbuffet herum. Hier ein itzibitzibischen und dort ein itzibitzibischen. Ey, mach mal Platz da, Du stiehlst mir meine Lebenszeit!
Boa, und da hat wieder einer in der Küche nicht gewußt, wohin mit den Zwiebeln. Die sollten Zwiebelsalat anbieten, ist bestimmt total beliebt bei Alt und Jung! Am besten noch Zwiebelsalat all you can eat.
Dann der da, dem hat seine Mutter wohl auch nicht beigebracht, wie man sich bei Tisch benimmt. Nein, nicht den Mund zur Gabel! Gabel zum Mund, Du dumme Nuß! Wer hat Dich hier eingestellt? Ist ja voll eklig.
Und der Nebenmann, der diese neuzeitliche Erfindung namens "Deo" noch nicht kennt. Mann, ey, Du arbeitest hier nicht alleine, ok? Wenn das Dein Homeoffice wäre, könntest Du von mir aus Jahre nicht duschen, wäre mir total egal, aber es gibt sowas wie Regeln im sozialen Miteinander, capice?
Wie sie dann alle bei der Currywurst mit Pommes anstehen, als seien sie kleine Kinder, die sich heimlich das Zeug reinziehen müssen, damit Mami zu Hause das nicht merkt und sie können sagen, daß sie ja doch so gesunde Sachen zum Mittag hatten. Und dann über gesunde Ernährung referieren wollen oder was? Und Sportexperte sein wollen, diese Passivsportler, die nur im Fernbedienungdrücken und Fußballklugscheißen gut sind.
Überhaupt: die sehen alle Fernsehsendungen, da kippste hinten über. Wahrscheinlich steuern die nach Feierabend direkt das Sofa an und ziehen sich den Scheiß rein.
Und diese ganzen verspießten Meinungen, die die sich dann da rausziehen. Draußen alles Verbrecher, alle außer Mutti. Ihr geht mir so auf die Eierstöcke!
Ich könnte ewig weiterlästern, ehrlich, aber ich schlucke alles runter, einfach weg und am Abend versuche ich das beim Sport wieder auszuschwitzen, in dicken Rinnsalen, die mir sonstwo runterlaufen, am liebsten da, wo's am Dunkelsten ist.
Ende der Durchsage.
.
Ja, ich bin mir bewußt, daß das wahrscheinlich daran liegt, daß ich mit mir selbst dann nicht im Reinen bin, denn wer das ist, also im Reinen mit sich, der kann auch gerne großzügig sein und andere sein lassen, wie sie sind. Aber manchmal kann ich das nicht. Ganz heimlich, versteht sich.
Morgens könnte ich dann direkt die Augen verdrehen.
Das Treppenhaus ist zu sauber, der Bahnhof zu dreckig. Die Bäckereifachverkäuferin hört wieder schlecht. Ey, Du intraorbital infraluminierte Person, ich komme fast jeden Tag hierher und kaufe fast immer das gleiche und Du hast das immer noch nicht gecheckt?
Am Bahnhof die Schulklasse mit ihren desillusionierten Pädagogen. Ey, könnt Ihr nicht vorne einsteigen? Gleich beim Lokführer und dem auf die Nüsse gehen? Wer erlaubt den Kindern eigentlich schon Strähnchen vom Friseur und Ohrringe? Und Du, Du kleiner Wicht, weißt Du eigentlich, wie lächerlich Du aussiehst mit der Kippe? Hm? Hat Euch Eure Mutti nicht gesagt, daß man auch mal die Fresse halten muß?
Der Kollege im Fahrstuhl, der allen Ernstes den Knopf für die erste Etage drückt. Na, gestern zuviel Sport gemacht, daß Du die eine Etage nicht auf der Treppe bewältigst? Behindert? Krank? Schlecht geschlafen? Hm? Ich schon! Ich will aber in die vierte, Du Loser!
Und die Kollegin da, was stellt die eigentlich immer mit ihren Haaren an, daß die so scheiße aussehen? Die soll mal den Friseur wechseln und am besten gleich noch eine Typberatung machen. Mann, mann, mann, die ist doch Akademikerin, ist es da zu viel verlangt, sich einen anständigen Friseur zu suchen? Und wo wir dabei sind: überschminkte Pickel sieht man trotzdem. Und: überschminkte Pickel sehen scheiße aus. Es gibt Hautärzte. Es gibt Produkte gegen sowas. Die gibt es aber nicht im Drogeriemarkt, capice?
Und was pickt die denn da am Salatbuffet herum. Hier ein itzibitzibischen und dort ein itzibitzibischen. Ey, mach mal Platz da, Du stiehlst mir meine Lebenszeit!
Boa, und da hat wieder einer in der Küche nicht gewußt, wohin mit den Zwiebeln. Die sollten Zwiebelsalat anbieten, ist bestimmt total beliebt bei Alt und Jung! Am besten noch Zwiebelsalat all you can eat.
Dann der da, dem hat seine Mutter wohl auch nicht beigebracht, wie man sich bei Tisch benimmt. Nein, nicht den Mund zur Gabel! Gabel zum Mund, Du dumme Nuß! Wer hat Dich hier eingestellt? Ist ja voll eklig.
Und der Nebenmann, der diese neuzeitliche Erfindung namens "Deo" noch nicht kennt. Mann, ey, Du arbeitest hier nicht alleine, ok? Wenn das Dein Homeoffice wäre, könntest Du von mir aus Jahre nicht duschen, wäre mir total egal, aber es gibt sowas wie Regeln im sozialen Miteinander, capice?
Wie sie dann alle bei der Currywurst mit Pommes anstehen, als seien sie kleine Kinder, die sich heimlich das Zeug reinziehen müssen, damit Mami zu Hause das nicht merkt und sie können sagen, daß sie ja doch so gesunde Sachen zum Mittag hatten. Und dann über gesunde Ernährung referieren wollen oder was? Und Sportexperte sein wollen, diese Passivsportler, die nur im Fernbedienungdrücken und Fußballklugscheißen gut sind.
Überhaupt: die sehen alle Fernsehsendungen, da kippste hinten über. Wahrscheinlich steuern die nach Feierabend direkt das Sofa an und ziehen sich den Scheiß rein.
Und diese ganzen verspießten Meinungen, die die sich dann da rausziehen. Draußen alles Verbrecher, alle außer Mutti. Ihr geht mir so auf die Eierstöcke!
Ich könnte ewig weiterlästern, ehrlich, aber ich schlucke alles runter, einfach weg und am Abend versuche ich das beim Sport wieder auszuschwitzen, in dicken Rinnsalen, die mir sonstwo runterlaufen, am liebsten da, wo's am Dunkelsten ist.
Ende der Durchsage.
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