Freitag, 4. Dezember 2009
[Wie ist das denn so mit dem Spocht?, II]
Ok, mein Blick auf den Sport ist recht eingeschränkt, ich interessiere mich nicht für Fußball oder Tennis, nur eingeschränkt für Leichtathletik, Schach und Formel 1 rauschen an mir vorbei (alles Spocht!).

Was macht Otto-Normal-Frau, wenn sie nun also der Meinung ist, sie müßte mal Spocht machen und weiß nicht so genau, was, aber möchte vielleicht mal das eine oder andere ausprobieren?

Es gibt viele Möglichkeiten, auch hier.
Und: es kommt auch hier immer drauf an.

Wo kann ich denn jetzt eigentlich Sport treiben?

Sport ist ein Feld, das von der Bundesregierung gefördert wird. Die Sportpolitik kümmert sich um so einiges, den Leistungssport und den Breitensport und hier vor allem um die Vereine.
Es gibt z.B. den Landessportbund und in meiner Stadt den Stadtsportbund.
In der Region, in der ich wohne, kann ich über diese beiden Institutionen deren sogenanntes Bildungswerk erreichen, über welches ich dann in meiner Nähe zu verschiedenen Zeiten jeweils für ein Trimester Kurse buchen kann, die meinem Interessengebiet entsprechen. Da kann ich also mal was ausprobieren und reinschnuppern, muß mich nicht langfristig binden und keine Aufnahmegebühr oder ähnliches bezahlen.
Je nach Region ist das Angebot natürlich sehr unterschiedlich und wer eher ländlich wohnt, wird in der Regel weniger Auswahl haben als der Hauptstadtbewohner, der ja wahrscheinlich auch im gewaltfreien Ohrenkerzendrehen Kurse belegen könnte.
Dank Internet kann man das Angebot der Sportbünde und Vereine einmal nach etwas Passendem durchstöbern und in der Regel ist es kein Problem, mal unverbindlich irgendwo hineinzuschnuppern.

Auch andere Träger haben manchmal Sportkurse im Angebot, so habe ich vor Jahren einmal bei der AWO Sportkurse belegt, die dann abends in einer Schulsporthalle stattfanden, aber in meiner Stadt bieten die jetzt keine Sportkurse mehr an, sondern haben ihr Bildungsangebot auf andere Gebiete gelenkt.

Vereine haben je nach Größe nicht nur eine Ausrichtung, sondern können auch ein breites Sportprogramm anbieten. Auch hier ist es häufig nicht so teuer.

Natürlich kann man auch auf eigene Faust Sport treiben. Laufschuhe kaufen und raus an die frische Luft. Oder rauf auf's Fahrrad und ab in die Region. Oder irgendwo eine Squash-Box gemietet und auf den Ball gedroschen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: man ist zeitlich flexibel und wenn man Sport in der Gruppe oder in der Halle nicht mag, sondern sich lieber alleine durchkämpft, kann man die Dinge auch in die eigene Hand nehmen, auch wenn ich hier mal dazu rate, sich ab einem gewissen Alter, vor allem wenn man vorher 20 Jahre keinen Sport gemacht hat, einmal beim Arzt durchchecken zu lassen auf Sporttauglichkeit, sich vorher intellektuell mit dem Thema auseinanderzusetzen und dem gesunden Menschenverstand zu folgen und nicht einem falschen Ehrgeiz.

Was ich noch nicht genannt habe?
Die Fitness-Studios, die überall aus dem Boden sprießen. Alteingesessen versus neu, Muckibude mit viel Stahl versus vollelektronische Geräteparks, funktionell versus Wellnessanlage mit Duftberieselung und Feng Shui, Einzelunternehmen versus Kette, breites Angebot versus spezialisiertes Etablissement.
Die einen können wieder wählen, in anderen Regionen ist vielleicht nur ein Angebot überhaupt erreichbar.
Ein Fitness-Studio ist jedoch immer eines: ein Unternehmen, das zum Ziel hat, Geld zu verdienen. Es folgt keinem öffentlichen Auftrag und wird nicht staatlich gefördert. Zertifizierungen und unabhängige Qualitätsmanagement-Systeme haben in diesem Geschäftszweig noch nicht flächendeckend Fuß gefasst - wobei ich allerdings fairerweise sagen muß, daß dies bei Vereinen und Sportbünden auch eher zaghafte Triebe zeigt, aber diese sind nicht immer unbedingt kommerziell ausgerichtet.

Wenn man lieber in ein Fitness-Studio gehen möchte und außerdem die Wahl hat, sollte man sich überlegen, was einem wichtig ist: Atmosphäre, Leute, Hygiene, Ausstattung, Wellness, whatever und wieviel es einem Wert ist.
Der Preis hat in meinen Augen den größten Einfluß auf das Publikum, das sich in so einem Laden regelmäßig blicken läßt, ein hoher Preis läßt auch eher vermuten, daß die Trainer besser bezahlt und besser ausgebildet sind als beim Discounter und natürlich bietet ein hochpreisiges Studio auch meist weitere Möglichkeiten, meistens solche, mittels derer man noch mehr Geld dort lassen kann (Lounge mit Getränken, Nahrungsergänzung, Eiweißshakes, Sauna, Sonnenbank, Personal Training, Trainingsbekleidung, Herzfrequenzmeßgeräte, Kosmetik, Kinderbetreuung etc.).

Auch im Fitness-Tempel kann man einiges ausprobieren, hier sollte man einfach mal schauen, inwieweit es möglich ist, sich vertraglich in den ersten Monaten noch nicht längerfristig zu binden, damit man, sollte man nach ein paar Wochen die Lust verlieren, man nicht schlimmstenfalls noch zwei Jahre fleißig zahlt.


Wer vor dem Sport steht, muß sich viele Fragen stellen, wie häufig möchte ich überhaupt Zeit investieren, wie häufig kann ich das überhaupt, läßt es sich in meinen Alltag integrieren, kann ich feste Zeiten einhalten, oder muß ich flexibel bleiben, draußen oder drinnen, alleine oder mit anderen, verfolge ich bestimmte Ziele, oder möchte ich mich einfach nur bewegen und herausfinden, was mir gut tut...

Wessen Budget nicht unbegrenzt ist, der muß sich auch überlegen, welche Ausrüstung brauche ich, wieviel kostet mich eine Trainingsstunde in den erreichbaren Angeboten über den Daumen? Brauche ich Zusatzangebote und werde ich sie vorraussichtlich nutzen bzw. was ist mir das eine oder andere wert.

Aber vor lauter Überlegen nur nicht aufgeben!
Einfach mal machen.




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Dienstag, 1. Dezember 2009
[Wie ist das denn so mit dem Spocht?, I]
Bewegung ist und hält gesund, so sagt man.
Das konnte ich so an die 20 Jahre auch gut überhören, war ich doch ein ausgemachter Sportmuffel.
Das, was ich vielleicht gerne angefangen hätte, habe ich mich dann nicht getraut, weil ich ich zu unsportlich fühlte oder weil ich ungerne irgendwo alleine hingehe, wo ich niemanden kenne.

Später ist dann alles anders gekommen, aber das ist eine andere Geschichte.

Also Sport ist gesund. Warum eigentlich? Und ist jeder Sport gesund?
Regelmäßige Bewegung kann einen positiven Einfluß auf vielerlei körperliche Funktionen haben.
Das Herzvolumen wird vergrößert, dadurch wird der Sauerstoff besser transportiert, die Herzarbeit wird ökonomisiert, der Stoffwechsel wird angekurbelt, Stütz- und Bewegungsapparat werden gestärkt, die Beweglichkeit verbessert.
Offenbar ist es möglich, das Risiko für bestimmte Krankheiten durch Sport zu mindern.
Ausdauersport wirkt außerdem antidepressiv.

Natürlich finden sich auch Gegenbeispiele: sportliche Menschen, die trotzdem depressiv sind, wie jüngst in der Presse zu lesen, sportliche Menschen, die trotz allem früh versterben, unsportliche Menschen, die ewig leben und das nicht einmal schlecht. Letztlich kann jeder sein Leben gestalten, wie es ihm am besten gefällt, wenn er erwachsen ist und keiner ist, wenn er die Schule verlassen hat, gezwungen Sport zu treiben.

Ich bin der Ansicht, daß es einem in erster Linie Spaß machen muß. Wenn man keine Bewegungsform findet, die einem Spaß macht, kann man nicht dauerhaft Sport treiben, es wird immer mit Überwindung und Quälerei zu tun haben. Was soll man jemandem sagen: Geh doch joggen, wenn Laufen absolut nicht sein Ding ist? Soll man jemanden Gewichte stemmen lassen, der sich in einem Maschinenpark verloren vorkommt?

Es gibt viele Arten, sich zu bewegen, körperlich zu betätigen und es gibt vielleicht auch einen aktiven Lebensstil, der es nicht unbedingt erforderlich macht, daß jemand Sport im Sinne einer institutionalisierten Bewegungsform zu bestimmten Zeiten betreibt.
Wer seine alltäglichen Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, wer im Haushalt stark gefordert ist, der sehnt sich vielleicht eher nach Ruhe und Ausgeglichenheit und findet das vielleicht einmal in der Woche beim Yoga. Der nächste braucht den absoluten Gegenpol und powert sich beim TaeBo mit Schlägen und Tritten und Geschrei richtig aus, einige finden beim Laufen innere Ruhe, die anderen brauchen es, um schwungvoll in den Tag zu starten, andere hassen es und gehen lieber Spazieren.

Jede Form von Bewegung kann einem Gutes tun, vorausgesetzt, man kann sie genießen, findet Freude daran und vollzieht sie nicht mit zusammengebissenen Zähnen. Und dann bringt die Bewegung einem auch dauerhaft Vorteile, innen und außen.

Der Rest ist Experimentierfreude und: einfach mal machen.



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